Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit

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Zur unmittelbaren Führungsspitze des Ministeriums für Staatssicherheit gehörten neben dem Minister für Staatssicherheit noch seine Stellvertreter. Die Dienststellung eines Stellvertreters des Ministers wurde immer von Offizieren im Dienstrang eines Generals bekleidet - d.h. entweder Generalmajor (im folgenden GM), Generalleutnant (GL), oder Generaloberst (GO).

Die Stellvertreter des Ministers gehörten zum Kollegium des MfS und hatten jeweils die Verantwortung für einen Stellvertreterbereich. Die meisten Hauptabteilungen und selbstständigen Diensteinheiten des MfS gehörten zu einem Stellvertreterbereich und waren damit einem Stellvertreter des Ministers verantwortlich, jedoch war dies nicht zwingend; sie konnten auch direkt zum "Anleitungsbereich" des Ministers für Staatssicherheit zählen.

Die Bezeichnung "Stellvertreter" bedeutete nicht nur die (theoretische) Vertretung des Ministers im Abwesenheits- oder Krankheitsfall, sondern auch die Verantwortlichkeit für den jeweiligen Stellvertreterbereich des MfS und das Repräsentieren dieses "Fachgebiets" nach außen: So vertrat GL Gerhard Neiber das MfS bei Konferenzen der Warschauer Vertrag-Staaten zu Fragen der "Terrorabwehr" und GL Wolfgang Schwanitz repräsentierte die Staatssicherheit in Fragen der technischen Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten sozialistischer Länder.

Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit (1989):

Die in der unmittelbaren Führung des MfS in der Berliner Zentrale getroffene Aufteilung nach Aufgabengebieten wurde in untergeordneten territorialen Strukturen der Staatssicherheit - nämlich in den Bezirksverwaltungen und sinngemäß auch in den Kreisdienststellen - beibehalten. Der Stellvertreter Aufklärung hatte dabei gleichzeitig die Dienstbezeichnung 1. Stellvertreter.

Aus taktischen Erwägungen seitens des in "Amt für Nationale Sicherheit" umbenannten MfS wurde nach dem Sturz von Erich Mielke 1989 der in der Öffentlichkeit weithin unbekannte Wolfgang Schwanitz zu dessen Nachfolger berufen. Der höherrangige Werner Großmann sollte und konnte als Spionagechef kein solches - mittlerweile im Blickpunkt der Medien stehendes - Amt bekleiden, und Rudi Mittig galt als Mitglied des "alten" ZK der SED als zu sehr "belastet". Gerhard Neiber schließlich war an vielen brisanten Aktionen des MfS beteiligt (z.B. mitverantwortlich für die "RAF-Stasi-Connection"), was ihm einige Jahre später auch eine Anklage der bundesdeutschen Justiz einbrachte.

frühere (ausgeschiedene) Stellvertreter des Ministers:






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